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LUNGENRISS ÜBERSCHATTET HORNETSNIEDERLAGE
(Hornissen verlieren 32:35 gegen Montabaur)
Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen mussten Hanaus Footballhornissen gegen die Montabaur Fighting Farmers antreten. Das Hinspiel gewannen die Hornets dank einer starken kämpferischen Leistung mit 33:28. Jetzt wollten die Hornets endlich den ersten Heimsieg landen.
Montabaur legt los und will schnell punkten. Hanaus Defense hält die Gäste mit einer starken Leistung in Schach. Doch auch Hanaus Offense trifft auf eine stark eingestellte Farmers Defense und bringt nichts Zählbares auf die Anzeigetafel.
Hanaus Defense kann die Gästeangreifer weit zurückdrängen und zwingt sie zum Punt. Der Snap misslingt und trudelt über die Endzone ins Aus – Safety und damit 2:0 Führung für die Hausherren.
Hanau will mehr. Immer wieder gerät Quarterback Willie Sheird unter Druck, kann aber einen 30yard Paß auf den überragend aufspielenden Roscoe Baptist zirkeln.

Dann ist es jedoch vorbei mit dem Vorwärtsdrang der Hornets. Hanau versucht ein Fieldgoald. Aus 20 yard Entfernung versenkt Dirk Stehle, der später zum tragischen Held werden soll, das Lederei zur Hanauer 5:0 Führung.

Die Westerwälder kontern ebenfalls mit einem langen Paß auf Topscorer Christian Günther. Der düst in die Hanauer Endzone. Der Extrakick wird sicher verwandelt - jetzt liegt Montabaur mit 5:7 in Front.
Hanau nun in der Sturm und Drang-Phase. Immer wieder donnert Roscoe Baptist mit fulminanten Läufen über das Feld. Aber Zählbares will nichts dabei herausspringen.
Wieder und wieder werfen Flaggen die Hornets zurück. Die indiskutable Leistung zweier Referees sollte noch bei beiden Teams für Zündstoff sorgen. Hanau mit dem Mute der Verzweiflung versucht ein 45yard Fieldgoal. Doch zwei Yards vor dem Gehäuse endet die Reise des Ledereis.
Besser machen es die Farmers. Mit einem Lauf in die Endzone sichern sie sich die 5:14 Führung.
Hanau in der Verteidigung. Plötzlich bleibt Dirk Stehle auf dem Feld liegen, muss lange Zeit behandelt werden. Erster Verdacht: Rippenbruch. Die Rettungssanitäter bestätigen dies, drängen aber darauf, Stehle ins Krankenhaus zu bringen, um anhand einer Röntgenaufnahme eine sichere Diagnose stellen zu können - Glück für Stehle !
Kaum im Krankenhaus angekommen lag der Publikumsliebling bereits auf dem OP-Tisch zur Notoperation. Durch einen Lungenriss erlitt Stehle innere Blutungen, dazu quälten ihn noch zwei gebrochene Rippen.
“Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn er sich das Spiel fertig angeschaut hätte”, meinte ein kreidebleicher Pressesprecher Achim Korn nach der Partie.
Aufkommende Gerüchte nach einem beabsichtigten Foulspiel stellte Stehle bereits am Montagmittag klar: “Da war gar nichts Dolles. Ich habe Football gespielt und habe mich dabei verletzt. Einem Montabaurer Spieler Absicht zu unterstellen, ist Unfug”, betont er.
Hanau ist nach der schweren Verletzung Stehles verunsichert. In der Offense will nicht viel zusammenlaufen. Dann setzt dass bewährte Duo Möll/Sheird wieder Akzente. Sheird passt auf Möll - Touchdown Hanau ! Nur noch 12:14 für die Farmers.

Nach der Halbzeit steht wieder Mo Calik im Blickpunkt, fängt den Kick off der Farmers. Dann spielt der Defense Liner “Waltzin Matilda” und walzt sich noch 12 yard Richtung Endzone der Farmers.
Die kampfbetonte Partie wird durch krasse Fehlentscheidungen der teilweise überfordert wirkenden Refs immer ruppiger.
Fehlentscheidungen sowohl gegen die Farmers als auch die Hornets häufen sich zunehmend. “Wenn ein Spiel kampfbetont geführt wird, bringt das unnötige Härte ins Spiel. Das sollten Schiedsrichter wissen”, monierte Pressesprecher Korn.
Montabaur versucht erneut, im letzten Versuch einen langen Paß zu spielen. Sascha Baptist klatscht den Ball ab, ohne den Farmers-Spieler zu berühren. Plötzlich fliegt eine Flagge. Paßbehinderung - 15 yard Strafe gegen Hanau. Solche Chancen lassen sich die Farmers nicht entgehen und erhöhen mit einem Doppelschlag zum 12:28 Zwischenstand.
Im dramatischen Schlussquarter setzt Hanau zur Aufholjagd an. Immer wieder sorgen Roscoe Baptist und Bojan Sobot per Lauf für Raumgewinn. Klappt das nicht, sind da noch die Widereceiver Rene Möll und Johannes Röhrig.

Hanau kurz vor der Endzone. Willie Sheird donnert mit einem 4yard Lauf zum Touchdown. Hanau nur noch 18:28 hinten.
Jetzt zeigen die Farmer um den gut aufgelegten Quarterback Roganski Nerven und fumbeln. Viktor Limonta Bell kann das Ei sichern und bringt die Hornets in Ballbesitz.
Bojan Sobot donnert mit einem 30 yard Lauf in die Farmers Endzone. Doch wie so oft an diesem Tag begleitet eine gelbe Flagge die gelungene Aktion. Statt Touchdown für die Hornets 10 yard Strafe.
Jetzt reicht es auch Hornets Headcoach Bernd Schmitt. Der fragt beim Whitecap an, ob man nicht bei einem bestimmten Referee die Flagge an den Hosenbund tackern könne, was der Whitecap alles andere als lustig findet - Strafe gegen Hanau.
Dann stürmt er auf Schmitt zu und gibt eine langwierige Erklärung ab, über die sich Pressesprecher Achim Korn vor Lachen ausschüttet.
“Ich hab wirklich nur gelacht und keinen Ton gesagt. Hätte nie gedacht, dass ich nochmal ins Spielgeschehen eingreifen würde”, zeigte sich die Jumbohornisse nach dem Spiel immer noch fassungslos über die gegen ihn ausgesprochene 15 yard Strafe und den anschließenden Teamzonenverweis.
Hanau marschiert weiter. Endlich wird Bojan Sobot belohnt und tankt sich in die Endzone der Gäste. Ein Blick zurück signalisiert Sobot: keine Flagge !
Nur noch 24:28. Roscoe Baptist verwandelt die Conversion zum 26:28 Anschluss.

Hanaus Defense hat jetzt das Fehlen von Dirk Stehle, der zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem OP-Tisch liegt, zwischenzeitlich gut kompensiert. Steht wie ein Fels und bringt Hanau wieder in Ballbesitz.
Und wie sollte es anders sein: 30 yard Pass von Sheird auf Möll, und die Hornets liegen 32:28 in Führung.
Die Spieluhr zeigt nun noch fünf Minuten verbleibende Spielzeit.
Hanaus Defender werfen sich in die stürmischen Angriffe der Farmers. Immer wieder wird das Spiel von Flaggen unterbrochen. Mittlerweile schütteln auch auf der Tribüne anwesende internationale Schiedsrichter nur noch die Köpfe.

Die Farmers stehen kurz vor der Hanauer Endzone. Fumble der Farmers, doch die können das Ei wieder unter Kontrolle bringen und rasen in die Hanauer Endzone.
Den Schlusspunkt setzen die Farmers mit verwandeltem Extrakick zum 32:35 Sieg der Gäste.
“Die Zuschauer haben heute zwei kämpferische starke Teams gesehen, die sich einen offenen Schlagabtausch lieferten. Spielentscheidend war, dass wir die Extrapunktchancen nicht genutzt und noch einige individuelle Fehler gemacht haben. Das Team hat heute jedenfalls ein tolles Spiel geliefert und zu keinem Zeitpunkt aufgesteckt, sondern sich stets zurückgekämpft”, meinte Hornets Headcoach Bernd Schmitt nach der Partie, wollte sich aber ansonsten nicht weiter zum Spielverlauf äußern.
Nicht so leise blieb Hornetslautsprecher Achim Korn:
“Das Spiel haben wir auf sportlichem Wege verloren. Glückwunsch an die Farmers zum Sieg. Aber eines sollte noch gesagt werden: Gegen beide Teams wurden insgesamt über 400 yard Strafen verhängt. Das ist fast ein halber Kilometer. Ich bin seit 1979 im Football dabei, also 32 Jahre, davon 17 Jahre als Spieler, aber so eine Flaggenparade habe ich noch nie erlebt. Ein Spiel ist hier durch übertriebene Selbstdarstellung zweier Schiedsrichter fast komplett aus den Fugen geraten. Mehr als fragwürdige Entscheidungen sorgten bei beiden Teams für unnötige Emotionen, das wäre fast schief gegangen. Man sollte darüber nachdenken, welche Schiedsrichter dem Abstiegskampf gewachsen sind und welche nicht”, zeigte sich der “Dicke” nach der Partie mehr als grantig.
Am kommenden Samstag geht es für die Hornets bei der Partie in Mainz um alles oder nichts.
“Hier müssen wir unbedingt gewinnen sonst sind wir mit einem Bein in der Oberliga oder müssen gegen Freiburg oder Frankfurt eine Sensation schaffen”, stellt Bernd Schmitt glasklar fest.
Text: Achim KornFotos: Dagmar Gluth - Tripp / Ilja Peer Tripp
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